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Geschichte


Seit dem 01. Januar 1995 bilden die Gemeinden der früheren Munizipale Erlen - Buchackern, Engishofen, Ennetaach, Erlen und Kümmertshausen - zusammen mit Riedt, das Sulgen gehörte, die Politische Gemeinde Erlen. So einschneidend dies für manche scheinen mag - es ist keineswegs das erste Mal, dass sich auf unserem Gemeindegebiet eine solche Umstrukturierung nachweisen lässt.
Schloss Eppishausen
Die einstige Ortsgemeinde Erlen geht ihrerseits aus der politischen Zusammenlegung der drei Weiler Ehstegen, Eppishausen und Erlen hervor. Dabei weisen alle drei Siedlungen eigenständige geschichtliche Entwicklungen auf: Ehstegen erscheint bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 838 unter der Bezeichnung "Eskistec" als sanktgallisches Eigen. Es umfasst das Gebiet um das heutige Gemeindehaus und bildet die eigentlichen Wurzeln der Gemeinde.

Eppishausen gehörte früher zur gleichnamigen Herrschaft, deren Inhaber ihren Sitz im Schloss über dem Dorf hatten. In einem Dokument aus dem Jahr 1321 wird das Dorf erstmals geschichtlich erwähnt. Die Burg Eppishausen wird 1372 von der Tochter Rudolf von Rheinecks und ihres Gemahls, Richter Eglof von Rorschach, an Heinrich von Helmsdorf verkauf und in diesem Zusammenhang direkt erwähnt. Historisch sei hier noch auf eine Gerichtsordnung aus dem Jahr 1337 hingewiesen. Diese "Eppishauser Offnung" wird heute im Stiftsarchiv St. Gallen aufbewahrt.

Von Droste-Hülshoff bis Wessenberg
Das Schloss ist von 1818 bis 1838 auch kulturell interessant. In dieser Zeit, wo Freiherr Josef von Lassberg, "Sepp von Eppishusen", hier lebt, wird es von verschiedenen musisch und historisch interessanten Leuten wie Uhland, Schwab, Annette von Droste-Hülshoff, Jakob Grimm, Zschokke, Wessenberg, Oken u.a. besucht. Aber nicht nur das Schloss ist historisch interessant - am Fuss des Hügels verfügt der Weilter Eppishausen noch über eine sehr alte Häuserzeile entlang der Hauptstrasse.

Der Ortsteil Erlen ist der jüngste: Er erscheint erst im 15. Jahrhundert und bezieht sich auf die frühere Bezeichnung der Siedlungen um die von Hans Ulrich Grubenmann 1764 erbaute evangelische Kirche. Auch Alt-Erlen besitzt bis heute einige sehr schöne und schützenswerte Bauten und Häuserzeilen.

Buchackern an der Römerstrasse
Im Jahr 1798 wird die im Süden des Gemeindegebietes gelegene Ortsgemeinde Buchackern Teil der Munizipalgemeinde Erlen. Bis dahin ist das Dorf, das 1348 von Kaiser Karl IV. dem Freiherrn Imer von Bürglen zu Lehen gegeben worden war, Teil der Herrschaft Bürglen. Wie archäologische Funde in Buchackern zeigen, muss hier schon früh eine Siedlung gestanden haben. Es werden ein Steinbeil und verschiedene Münzen aus der Zeit der römischen Kaiser Vespasian (Titus flavius Vespasianus, 9-79 A.D.) bis Julian (flavius Claudius Julianus 331/32-363) gefunden. Es führte hier auch eine Römerstrasse als Verbindung zwischen Pfyn «ad fines» und Arbon «arbor felix» durch. Da Buchackern gegenüber der Bahnlinie und der heutigen Hauptstrasse etwas abseits liegt, kann es sich seinen Bauerndorfcharakter bisher weitgehend erhalten.

Industrie siedelte sich früh in Ennetaach an
Wie Buchackern gehört auch Ennetaach, früher «Ennendaich», bis 1798 zur Herrschaft Bürglen. Bis zur Bildung der heutigen Politischen Gemeinde im Jahr 1995 bleibt Ennetaach eine selbständige Ortsgemeinde innerhalb der Munizipale Erlen. Ein Vorstoss, den Ort in Erlen einzugemeinden, wird 1942 mit überwältigendem Mehr verworfen.

Schon früh beginnen Wohn- und Industriegebiete die ursprünglich rein landwirtschaftliche Struktur des Dorfes zu ergänzen (der älteste Industriebetrieb im Gebiet der Politischen Gemeinde Erlen liegt auf Ennetaacher Boden). Trotzdem kann sich auch hier im Kern des Ortes ein bäuerlicher Charakter mit prachtvollen Riegelbauten erhalten.

Riedt: Von Sulgen zu Erlen
Geografisch zwischen Buchackern und Ennetaach gelegen ist Riedt. Im Gegensatz zu den anderen Erler Teilgebieten, war Riedt Mitgliedgemeinde der Munizipale Sulgen. Eine Urkunde aus dem Jahr 869 erwähnt erstmals eine Siedlung namens «Riot». Darin übergibt der Abt des Klosters St. Gallen Ländereien an Horskine, nachdem dieser sie zuvor an das Kloster vergabt hatte. Spätere Quellen unterscheiden die drei Gemeindeteile «Oberriedt», «Niederriedt« und den heute fast vollständig vergessenen «Hof». Lange Zeit wird letzterer aber an erster Stelle genannt; in den Gemeindeprotokollen des 19. Jahrhunderts wird beispielsweise immer die Doppelbezeichnung «Gemeinde Hof und Riedt» verwendet.

Die Siedlung Hof entwickelte sich vermutlich aus einem alten Herrenhof, der seit dem Spätmittelalter in den Händen des Chorherrenstiftes St. Pelagi in Bischofszell war. Im 17. Jahrhundert umfasst er vier Häuser und Hofstätten mit einer Mühle und einer Schmiede. Das dazugehörige Land wird in Form von Erblehen an eine grosse Anzahl Bauern aus der Gemeinde und der Nachbarschaft ausgegeben.

Politisch gehörte Hof grösstenteils zum Niedergericht Hessenreuti und damit seit dem Jahr 1664 zur Herrschaft Bürglen. Nieder- und Oberriedt sowie ein Teil von Hof hatten keinen niederen Gerichtsherrn, sie unterstanden direkt dem eidgenössischen Landvogt im Thurgau. Eine Ausnahme bildete ein einzelnes Gut, das zur zürcherischen Herrschaft Weinfelden gehörte.

Riedt, das beim Eisenbahnbau in den Jahren um 1855 keine eigene Station erhält, wird nur am Rand von der damals aufkommenden Industrialisierung erfasst. Dadurch kann sich der Ort bis heute seinen ländlichen Charakter erhalten.

Fürs Seelenheil: Kümmertshausen und Engishofen
Zu den frühesten Belegen im thurgauischen Urkundenbuch gehören die zwei Urkunden 8 und 9, die Kümmertshausen und Engishofen betreffen. In der Urkunde 8, einem Vertrag vom 12. April 771, übertragen ein gewisser Chunibert, der dem Ort seinen Namen «Chuniperteswilari» gab, und seine Gattin Otswinda ihren Besitz in Kümmertshausen um ihres Seelenheil willens an das Kloster St. Gallen.

Ähnlich verhält s sich mit Engishofen, wo eine gewisse Frau Sigga zum Heil ihrer Seele in der Urkunde 9 am 30. Juni 774 den von ihren Söhnen ererbten Besitz in «Ongiseshova» ebenfalls ans Kloster St. Gallen überträgt.

Kümmertshausen, angrenzend an die alte Heerstrasse Konstanz-St. Gallen, bildet die nördliche Grenze des Gemeindegebietes. Das Herz des Ortes bildet ein hofartig angelegter Dorfplatz, auf dem Abt Ulrich Rösch im Jahr 1468 wahrscheinlich die Kriegsgemeinde versammelte. Die Orte Kümmertshausen und Engishofen werden erst 1816 der Munizipale Erlen zugeteilt. Bis dahin bilden sie seit 1798 zusammen mit Unterlöwenhaus und Kratz die eigenständige Munizipalgemeinde Kratz.